"Kommunen für biologische Vielfalt": Zweibrücken jetzt dabei - Deklaration schon 2010 unterzeichnet

Manche Entscheidungen wollen wohlüberlegt sein. Ganz besonders offenbar, wenn es um GRÜNE Anträge geht. So diskutierte der Zweibrücker Stadtrat gleich zweimal (am 12. Mai und am 9. Juni dieses Jahres) über die Frage, wie verbindlich die Unterzeichnung der Deklaration "Biologische Vielfalt in Kommunen" sei - um dann festzustellen, dass die Stadt das Papier schon im Jahr 2010 unterzeichnet hat. Auf den einstimmigen Beschluss des Rates hin. Der positive Aspekt: In der Ratssitzung am 7. Juli 2021 wurde auch der Beitritt der Stadt zum Bündnis "Kommunen für biologische Vielfalt" beschlossen.

Alle Bemühungen, den weltweiten Verlust der biologischen Vielfalt zu verlangsamen bzw. zu stoppen, waren bisher nicht ausreichend. Dabei sind in Deutschland mehr als 70 Prozent der Lebensräume betroffen.
Dabei geht es nicht nur um Bienchen und Blümchen. Denn der Verlust der biologischen Vielfalt stellt nicht zuletzt eine existentielle Bedrohung für die Menschen dar. Mit der Zerstörung der Biodiversität nehmen die von der Natur bereitgestellten Leistungen ab. Das beginnt beim Bestäuben von Nutzpflanzen und reicht bis zur Sauerstoffproduktion durch Pflanzen. Leichtfertiges Ignorieren heute kann die Generationen nach uns viel Geld und Mühe kosten, ihre Lebensgrundlagen zu erhalten.

Wir können und wir müssen also mehr tun, um die Bedeutung von Natur im direkten Lebensumfeld der Menschen zu stärken.

Das Bündnis „Kommunen für biologische Vielfalt e.V.“ eröffnet den unterzeichnenden Städten und Gemeinden die Chance, durch Erfahrungsaustausch und Kooperation entscheidende Schritte in Richtung der Erhaltung der biologischen Vielfalt zu gehen. Es bietet Ansprechpartner rund um den kommunalen Naturschutz und die Möglichkeit, sich als Kommune zu profilieren und positiv auf sich aufmerksam zu machen.
Kommunen aus ganz Deutschland zeigen mit Projektbeispielen, wie der Naturschutz vor Ort gelingen kann. Dabei wird vorbildliches Engagement belohnt. So zeichnet das Bündnis mit dem „Naturschutzprojekt des Jahres“ besonders innovative Projekte der Mitgliederkommunen aus. Unterstützt wird das Bündnis dabei vom Bundesamt für Naturschutz
Wichtigstes Ziel des Bündnisses ist der Schutz und die nachhaltige Nutzung der biologischen Vielfalt. Die Bedeutung von Natur im unmittelbaren Lebensumfeld der Menschen wird gestärkt und der Schutz der biologischen Vielfalt in der Kommune in den Blickpunkt gerückt.

In der Deklaration „Biologische Vielfalt in Kommunen“, sind zentrale Handlungsfelder des kommunalen Naturschutzes genannt und mit konkreten Zielen und Maßnahmen unterlegt. Die Deklaration soll als freiwillige Selbstverpflichtung Kommunen bundesweit dazu motivieren, den Erhalt der biologischen Vielfalt als Grundlage einer nachhaltigen Stadtentwicklung zu berücksichtigen und entsprechende Anforderungen in kommunale Entscheidungsprozesse einzubeziehen.
Bis heute haben mehr als 438 Kommunen die Deklaration unterzeichnet, darunter auch einige in der Pfalz, wie Pirmasens, Speyer, Neustadt und Rockenhausen.