Stadtrats-Antrag: Stoffwindel-Zuschuss alternativ zu Windelsäcken

Etwa 300 Kinder werden jährlich in Zweibrücken geboren, und für jedes Neugeborene erhalten Eltern 50 Windelsäcke gratis. Warum können nicht Eltern, die Stoffwindeln benutzen und somit weniger Windelmüll verursachen, statt der Windelsäcke einen Zuschuss zum Stoffwindel-Kauf erhalten? Aus dieser Frage entstand der aktuelle Stadtrats-Antrag der GRÜNEN: „Um die Müllmenge durch Nutzung von Einwegwindeln zu verringern, bitten wir die Verwaltung um Einführung eines Zuschusses für den Erwerb von Stoffwindeln als Wahl-Alternative zum bestehenden Angebot von Windelsäcken.“

Aus der Begründung: Für die Wickelzeit, etwa 2,5 Jahre, fallen pro Kind ca. 5.000 Windeln an. Das entspricht einer Müllmenge von etwa 1.500.000 Windeln pro Jahr. Trotz dieser enormen Müllmenge wird die Problematik in der Gesellschaft kaum diskutiert. Aber: mit Stoffwindeln spart man etwa eine Tonne Windelmüll je Kind.

In Deutschland fördern viele Kommunen die Nutzung von Stoffwindeln finanziell. Die Familien erhalten dabei durchschnittlich eine Unterstützung von 75 € bei Anschaffung von Stoffwindeln (selbstverständlich gegen Nachweis).
In Zweibrücken wird letztendlich der Windelmüll subventioniert. Denn Eltern erhalten ausschließlich kostenlose Windelmüllsäcke im Verkaufswert von derzeit 150 Euro. Ein Stoffwindelzuschuss als Wahl-Alternative erscheint deshalb legitim. Er schafft Gerechtigkeit für diejenigen Eltern, die auf Pampers & Co verzichten und stattdessen nachhaltig wickeln und damit die Umwelt entlasten.

Berichte in der RHEINPFALZ online vom 3. November 2022 und im Pfälzischen Merkur online vom 9. November 2022.