18.02.2019

Tatsachen geschaffen, Vertrauen geschwunden - Park-Wald „über Nacht“ reduziert - und neues Konzept präsentiert

Nachdem in der vergangenen Woche ein knapp 3.000 Quadratmeter großes Wald-Areal oberhalb der Parkbrauerei-Gebäude gerodet worden war, fiel Samstag auch ein Wald-Streifen oberhalb des früheren Braumeister-Gartens. Der verbliebene Baumbestand wurde stark ausgelichtet und im Bereich der Kreuzbergstraße verringert.

Hierzu stellt die Stadtratsfraktion von Bündnis 90/Die Grünen fest: in allen Gesprächen mit dem Investor Manfred Schenk über die Zukunft des Parkbrauerei-Areals und des Waldbestandes ging es aus-schließlich um eine mögliche Fällung von Bäumen im Bereich des ehemaligen Brauerei-Brunnens. Auch beim Ortstermin mit dem Bauausschuss am 22. Januar, bei dem ein ausgespanntes Flatterband die Grenze der diskutierten Fällungen markieren sollte, war allein diese vorgesehene Rodung das Thema. Alle vor Ort gegebenen Erläuterungen der Herren Schenk, Ringeisen (Forstamt Westrich) und Wunderberg (Untere Naturschutzbehörde) bezogen sich ausschließlich auf die dort stehenden Bäume, für deren Fällung das Forstamt eine Genehmigung vorbereitete.
Mit der Baumfällaktion vom vergangenen Samstag, die in Teilen über den diskutierten Bereich hinausging, sieht die Stadtratsfraktion von Bündnis 90/Die Grünen sich und den Rat nun vor vollendete Tatsachen gestellt. Obwohl der ökologische Wert des Wald-Areals immer wieder hervorgehoben und auch von Herrn Schenk ausdrücklich bestätigt wurde, ist ein nicht unerheblicher Teil der Bäume gefallen. Der verbleibende Rest-Wald kann die Funktion eines Rückzugsraums für Tiere, eines Luftfilter-Elements und Sauerstoffspenders für die Innenstadt und einer Kaltluftschneise nur bedingt aufrechterhalten.
Abwägungsargumente, die im Zusammenhang mit der Bebauungsplan-Aufstellung vorgetragen wurden, haben an Überzeugungskraft verloren. Ob die am Samstag vorgenommenen Fällungen im rechtlichen Sinne eine Wald-Umwandlung bedeu-ten oder ob sie einer zulässigen forstlichen Bewirtschaftung entsprechen, bleibt offen. Als vertrauens-bildende Maßnahme erscheinen sie jedoch in keinem Fall.

Nachtrag:

Am Tag der Veröffentlichung GRÜNER Kritik an den umfänglichen Baumfällungen im Park-Wald legte Investor Manfred Schenk ein neues Konzept vor, das im oberen Waldbereich Aufforstungen und eine Park-ähnliche Anlage vorsieht. Das würde die gefällten Bäume nicht wieder herbringen, es könnte jedoch Perspektiven für den Erhalt eines Teils der Wald-Funktion schaffen. Die Zweibrücker GRÜNEN erwarten nun eine Konkretisierung der Pläne.

 



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